Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Mit Seele und Körper, Hand in Hand

Die Psychosomatik beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen zwischen der Seele (Psyche) und dem Körper (Soma). Ein drittes wichtiges Element ist der soziale Bereich. Der Volksmund kennt dafür viele Beispiele: So kann eine enttäuschende Nachricht "auf den Magen schlagen" oder "die Sprache verschlagen".

Die Psychosomatische Medizin ist ein eigenes medizinisches Fachgebiet. Sie untersucht und behandelt Erkrankungen, für deren Entstehung und Aufrechterhaltung diese bio-psycho-sozialen Wechselwirkungen wesentlich sind. 

Vielfältige Therapiemethoden

Für die stationäre und tagesklinische Therapie bietet das Behandlerteam unserer Klinik ein integratives Konzept an, das je nach individueller Verfassung des Patienten ein vielfältiges Set an Therapiemethoden beinhaltet.

Es kommen Einzel- und Gruppenpsychotherapie, konzentrative Bewegungstherapie, Musik- und Kunsttherapie, Physiotherapie, Entspannungsverfahren und Patientenschulungen zum Einsatz. Täglich tauschen sich die an der Behandlung beteiligten Therapeuten über den Therapiefortschritt der Patienten aus. 

IHR CHEFARZT

Dr. med. Eberhard Beetz

Chefarzt unserer Klinik ist Dr. med. Eberhard Beetz, der seine Weiterbildungen zum Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie Innere Medizin in Frankfurt/Main und Bad Berleburg absolvierte. Viele Jahre war er als Leitender Oberarzt der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Wiesbadener Klinikums tätig. Seit Anfang 2018 ist er Chefarzt der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie im St. Vincenz Hospital in Brakel.

Qualifikationen

  • Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • Facharzt für Innere Medizin
  • Psychosomatische Schmerztherapie (DGPM / IGPS)
  • Psychoonkologie (DGPM / DKG)
  • Supervisor für Psychodynamische Psychotherapie (IPOM)
     

Weitere Informationen

Seelische Konflikte oder in der Persönlichkeitsstruktur liegende ungünstige Bewältigungsstrategien können sich in sogenannten somatoformen Störungen (z.B. chronische, organisch nicht zu erklärende Schmerzen) zeigen. Diese Beschwerden sind nicht "eingebildet" und beruhen auf heute weitgehend bekannten physiologischen Mechanismen. Bei anderen Erkrankungen wie Bluthochdruck, vielen rheumatologischen Erkrankungen, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, bestimmten Hauterkrankungen oder Asthma bronchiale ist seit vielen Jahren bekannt, dass die Krankheitsaktivität stark von der psychischen Verfassung des Betroffenen abhängig ist.

Auch kann es infolge einer körperlichen Erkrankung, z.B. nach einer Krebserkrankung oder einem Herzinfarkt zu behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankungen, z.B. einer Depression oder Angststörung, kommen. Heute weiß man, dass unsere althergebrachte Vorstellung einer Trennung von Körper und Seele so nicht existiert und psychische Belastungen (im weitesten Sinne Stress) organisch fassbare Folgen haben und körperliche Belastungen sich auf unser Fühlen, Denken und Verhalten auswirken.

Viele Patienten erleben mit ihren Beschwerden typische Situationen: Sie fühlen sich nicht wahrgenommen, in ihren körperlichen Beschwerden nicht ernst genommen ("Sie haben nichts"). Heilung kommt nicht aus dem "Machen" ("da muss man doch etwas machen") sondern aus dem Verständnis sich selbst gegenüber: Aus der Akzeptanz der eigenen Gefühle, dem Wahrnehmen von Bewältigungsstrategien und Haltungen aber auch dem Bemerken von ersten Veränderungen der körperlichen Beschwerden im Verlauf der Behandlung. Diese Prozesse der Veränderung von Bewältigungsstrategien und Haltungen mit dem Ziel der Beschwerdebesserung brauchen ihre Zeit. 

Für die stationäre und tagesklinische Behandlung wurde ein integratives Konzept entwickelt. Wir arbeiten nach einem psychodynamischen Verständnis unter Einbeziehung gruppendynamischer, systemischer und verhaltenstherapeutischer Gesichtspunkte. Im Zentrum steht die Bearbeitung des individuellen Krankheitserlebens, der Krankheitsverarbeitung und die Verknüpfung von Person und Krankheitsbild. 

Die Behandlung in Gruppen als einem gemeinsamen Erlebnisraum ist zentral. Die Wirksamkeit von Gruppentherapien ist wissenschaftlich vielfach bestätigt. Im geschützten Raum der Gruppe können neue (Selbst-) Erfahrungen in der Interaktion mit den Mitpatienten gesammelt werden. 
Der ärztliche oder psychologische Bezugstherapeut ist ein wichtiger Lotse im Behandlungsprozess, die Behandlung in Einzelgesprächen erfolgt i.d.R. zweimal die Woche. 

Neben der Psychotherapie im Einzel und in der Gruppe finden psychosomatisch erkrankte Patienten in unseren kreativ- und körpertherapeutischen Verfahren wichtige Zugangswege zum Gefühlsausdruck und zum Körpererleben. Konzentrative Bewegungstherapie, Kunst- und Musiktherapie sowie hypnotherapeutische Entspannung sind daher wichtige Elemente im Behandlungsplan. 

Weitere integrale Bestandteile sind medizinische  Maßnahmen, zu denen eine zielgerichtete Medikation oder auch notwendige medizinische Diagnostik gehören können. Physiotherapeuten sind von Beginn an eng in die Behandlung mit eingebunden. Die psychosomatische Pflege wie auch soziale Arbeit beziehen die äußere und soziale Realität des Patienten mit ein und fördern Entwicklungsschritte. 

Das Behandlerteam tauscht sich täglich über den Fortgang der Therapie jedes Patienten aus, um im Sinne der Fokussierung der Behandlung die therapeutischen Interventionen abzustimmen. 

Somatoforme- oder Dissoziative Erkrankungen wie:

  • Somatoforme Schmerzstörung (chronische, rein körperlich nicht erklärbare Schmerzen, u.a. die Fibromyalgie)
  • Verschiedene Formen des chronischen Kopfschmerzes
  • funktionelle Herzbeschwerden
  • Atemstörungen
  • Magen-Darm-Störungen
  • Beschwerden des Urogenitalbereiches
  • Psychogene Lähmungen, Empfindungsstörungen oder Anfälle 
  • Schwindel, Ohnmachtsgefühl
  • Tinnitus
  • Sexualstörungen 

Organkrankheiten mit psychosomatischer Komponente wie: 

  • Herz-Kreislaufstörungen, Hypertonus
  • rheumatologische Erkrankungen 
  • Colitis ulcerosa, Crohn Krankheit
  • Neurodermitis, Psoriasis
  • Asthma bronchiale 

Essstörungen:

  • Anorexia nervosa (Magersucht)
  • Bulimia nervosa (Bulimie)

Psychosomatische Erkrankungen mit ausgeprägter

  • Angstsymptomatik
  • Depressiver Symptomatik
  • Zwangssymptomatik

Ein Behandlungsschwerpunkt der Klinik liegt im Bereich der sogenannten Somatoformen Störungen, die oft auch mit Depression oder Angsterkrankungen einhergehen. Diese sehr häufigen Erkrankungen zeigen sich in Beschwerden im Bereich des Herzens z.B. in Form von Herzrhythmusstörungen, der Atmung z.B. als Atemnot, des Verdauungssystems z.B. als Durchfall, des Urogenitalsystems z.B. als Beschwerden im Bereich der Harnblase oder als chronische Schmerzen. Typisch für diese Erkrankungen ist das Erleben des Patienten eine Erkrankung des jeweiligen Organsystems zu haben, während die behandelnden Ärzte in oft zahlreich durchgeführten Untersuchungen keine Störung auf Organebene nachweisen können. Dies führt nicht selten zu jahrelangen erfolglosen Untersuchungen und Behandlungen. Ohne eine gezielte psychosomatische Behandlung kommt es in vielen Fällen zu langfristigen, schweren Beeinträchtigungen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Therapie von sogenannten dissoziativen Körperstörungen. Beispiele dafür sind: psychogene Lähmung oder Gangstörung, psychogene Missempfindungen oder Taubheitsgefühle, Verschwommen-Sehen usw. Die Beschwerden lassen häufig zunächst an neurologische Erkrankungen denken. Bestehen diese Erkrankungen länger, denen ursächlich häufig ein unbewusster seelischer Konflikt oder eine psychische Traumatisierung zugrunde liegen, ist eine intensive Psychosomatische Behandlung angezeigt.

Darüber hinaus bieten wir eine störungsorientierte Behandlung von Patienten mit chronischem Tinnitus, Hyperakusis (alltägliche Lautstärke wird als Belastung erlebt) und Phonophobie (alltägliche Geräusche lösen Angst aus) an. Auf der Grundlage von Hör- und Musiktherapie begleiten wir Patienten durch Hörberatung und vielseitige praktische Übungen.

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